Die Kulturschnipselreporter Lucas Eiler, Joshua Schimkowski und Nick Marmann machten sich für den Kulturschnipsel über Cybermobbing schlau.

Du bist noch nie übers Netz gemobbt worden? Herzlichen Glückwunsch, du bist einer der 4 von 5 Menschen, der noch nicht übers Internet gemobbt wurde. Eine Studie der Universität Koblenz-Landau (zepf) belegt, dass 19,9% der befragten Schülerinnen und Schüler (1.-13. Klasse) bereits von Cybermobbing (auch Cyber-Bulling oder E-Mobbing) betroffen waren bzw. sind, Tendenz steigend. Und du könntest schon als nächster dran sein. Oft sind die Folgen sogar noch verheerender als beim „analogen” Mobbing. Der Fall der 13-jährigen Megan Meier im Jahr 2006 berührt: Der Zickenkrieg übers WorldWideWeb brachte ihr das Grab. Josh Evans, so nannte sich der Grund für ihren Selbstmord. Was, Zickenkrieg zwischen Männlein und Weiblein – klingt komisch? Ist es auch, denn Josh Evans war ein Mädchen, Megans ehemalige beste Freundin. Die Freude war groß, als der Freundschaftsantrag von „Josh” in ihrem MySpace-Posteingang lag. Schnell war der angebliche Freund, der weder nach Telefonnummer noch nach Adresse oder ähnlichem bohrte, von Megan angehimmelt. Mit Hilfe ihrer Mutter und eines 18-jährigen Teilzeitangestellten schuf ihre Ex-Freundin ein emotionales Verhältnis um Megan am Schluss so richtig fertig zu machen. Eine Message von „Josh” war der Grund, warum sie sich in ihrem Keller erhängte. Er habe erfahren, sie sei eine böse Person und gehe mit ihren Freunden schlecht um. Daraufhin wurde sie von Beleidigungen von „Josh” und etlichen MySpace-Nutzern geradezu bombardiert, sie sei eine Schlampe, fett und so weiter.

Um uns in die Gefühlslage der übers Internet Gemobbten hineinzuversetzen starteten wir einen Selbstversuch. Wir meldeten uns bei der bekannten Community „KWICK!” an, als Streberin und als 17-jähriges Mädchen. „Superstreber95″ und „LisaXXX92″. Unsere Streberin machte sich erstmal ans „FA(Freundschaftsanträge)-Stellen”. Durch unser provokantes, streberhaftes Auftreten wurden wir sofort mit Beleidigungen zugemüllt. Freundschaftsanträge wurden gekündigt. Wir wurden als „Fotze” und „Hure” beleidigt. Was für uns das Ziel war (gemobbt und niedergemacht zu werden) ist für andere die harte Realität. Aber zurück zum Selbstversuch: Während sich unsere Superstreberin die Mühe machen musste, Freundschaftsanträge zu stellen, musste sich unsere Lisa da keine Gedanken machen. In kürzester Zeit hatte sie 32 Freundschaftsanträge. Hauptsächlich Männer, die Lisa attraktiv fanden. Pech für sie, dass unser Profilbild nur ein Fake war. Sicherlich wird sich auch der junge Mann, der Lisa ein Foto, auf dem er etwas leicht bekleidet(okay, unbekleidet) ist, ins Gästebuch gestellt hat, nicht gerade gefreut haben. Auch nicht gerade erfreulich sind Nachrichten wie “Bist du noch Jungfrau?” oder “Wie groß sind deine Bälle?”, die Lisa für uns in Empfang nehmen durfte. Nun ja, bei Lisa sind wir etwas von Thema abgekommen, aber trotzdem interessant.

Das Cybermobbing ist aber für den Täter gar nicht so ungefährlich. So wird beispielsweise wenn man ohne Erlaubnis ein Bild oder ein Video ins Netz stellt das Recht am eigenem Bild verletzt. Werden in Blogs (s. Kulturschnipsel 1/2008, bits & pieces #1, Blogosphäre) oder Foren (Diskussionsplattformen im Internet) Unwahrheiten oder Beleidigungen ausgesprochen, kann man Unterlassungsanspruch geltend machen oder Strafanzeige wegen Verleumdung/übler Nachrede erstatten. Im Falle des Cybermobbings sollte man unbedingt Kontaktpersonen, sei es ein Lehrer oder die Eltern, informieren. Sollte es richtig ernst sein kannst du dich auch an die Polizei wenden. Informiere auf jeden Fall auch den Anbieter. Viele Websites bieten die Möglichkeit, den Cyber-Bully zu sperren. Reagiere nicht auf beleidigende Nachrichten, denn das ist genau das, was der Täter erreichen will. Lösche die beleidigenden Nachrichten oder Bilder nicht, denn sie dienen als Beweismittel.

In manchen Fällen wurden auch Lehrer schon übers Internet gemobbt, oft ohne, dass sie überhaupt etwas davon erfahren. Auf Plattformen wie „Spickmich” können Schüler ihre Lehrer benoten, doch oft wird dort auch unfair benotet. Auch werden Videos oder Bilder von Lehrern übers Internet ohne Zustimmung veröffentlicht oder per Handy verschickt.

Mit dem Cybermobbing ist es wie auch beim normalen Mobbing: Wenn jeder versucht, einen freundlichen Ton zu wahren, dann kann auch Cybermobbing verhindert werden. Im Internet sollte man sich immer an die Netiquette halten und wenn man beleidigt wird nicht darauf eingehen.

Nützliche Links zum Thema:

https://www.klicksafe.de/themen/kommunizieren/cyber-mobbing/index.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Netiquette

-Joshua Schimkowski, Nick Marmann, Lucas Eiler

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